Der Stadtrat hat beschlossen, die Theatersanierung auch angesichts der zu erwartenden Kostensteigerung fortzusetzen. Mit 38 zu 22 Stimmen stimmten die Stadträte dafür, die Planungen weiterzuverfolgen. Derzeit geht die Verwaltung von Gesamtkosten zwischen 283 und 321 Millionen Euro aus. Ein aus den Reihen der Opposition gefordertes Moratorium fand im Stadtrat keine Mehrheit.

 

Baukostenentwicklung der Bauteile I und II

Nach wie vor wird die Kostenberechnung mit 113,5 Mio. Euro für die Sanierung des Großen Hauses (Bauteil I) eingehalten. Bislang wurde dafür ein Auftragsvolumen von rund 30 Mio. Euro vergeben. Allerdings können die Planungsvorgaben des Stadtrats (Nutzerbedarfsprogramm, Ergebnisse der Bürgerbeteiligung) für das Bauteil II im vorgegebenen Kostenrahmen nicht hergestellt werden. Bereits im Juli 2019 hatte eine erste Kostenschätzung für das Bauteil II gezeigt, dass diese nur mit einem Kostenrahmen von zirka 125 Mio. Euro (Stand Juni 2019) herzustellen ist.

 

Seriöse Grundlage für Stadtratsentscheidung

Der Stadtrat hat daraufhin das Staatstheater und die Verwaltung beauftragt, durch weitere Einsparungen eine alternative Planungsvariante zu erarbeiten. Dazu lagen im Juni Ergebnisse vor. Demnach wird trotz Einsparungen das Bauteil II-Variante II mit einem Kostenvolumen von 115,6 Mio. Euro (Stand Juni 2020) prognostiziert. Die mit dem Architekten und allen Fachprojektanten abgestimmte Kostenschätzung weißt eine seriöse Grundlage auf, auf deren Basis der Stadtrat jetzt die weiteren Planungen für das Bauteil II entschieden hat.

 

Prognose-Entwicklung bis Abschluss der Maßnahme

Nachdem die Kostenberechnung/Kostenschätzung für die Bauteile I+II immer jeweils den Kostenstand zum „aktuellen Ist-Zeitpunkt“ darstellen, wurde darüber hinaus mit einem von der Stadt beauftragten Kosten- und Finanzkontroller eine Prognose-Entwicklung erarbeitet. Diese berücksichtigt die marktbedingte Kostenentwicklung aufgrund von Baupreissteigerungen (Baupreisindexierung) für die kommenden Jahre bis zum Abschluss der Maßnahme. Dies sei, so Baureferent Gerd Merkle, seitens des Stadtrats immer wieder eingefordert worden, um vor Überraschungen geschützt zu sein, um eine verlässliche Gesamtfinanzierung bis zum Ende der Baumaßnahme sicherzustellen und um die erforderlichen Finanzmittel mit dem Freistaat Bayern als Zuschussgeber vor Baubeginn zu klären. Merkle: „Es handelt sich also um nicht um Mehrkosten der Baumaßnahme, sondern um seriös ermittelte Baukosten, die für das ‚bestellte Bauprogramm‘ entstehen.“

 

Staatstheater trägt neue Planungsvariante mit

Das Staatstheater Augsburg hat für die Planungsvariante II ebenfalls ein positives Votum abgegeben und sieht die Theaterbelange mit der vorliegenden Planung grundsätzlich gut erfüllt.

 

Freistaat bleibt bei seiner Förderungszusage

Der Freistaat Bayern wird das Projekt auch angesichts der Mehrkosten fördern. Die Stadt hat die grundsätzliche Zusage, dass der Freistaat Bayern 75 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt. Das bedeutet eine Übernahme der Gesamtkosten in etwa einer Höhe von 50 bis 55 Prozent.